BMW ART CAR Collection – Interview mit Kurator Dr. Braun

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BMW betätigt sich seit mindestens 35 Jahren nebst der Entwicklung von mobiler Technik im Bereich Kunst und hat eigens für diese Zusammenarbeit die BMW ART CAR Sammlung realisiert. Die rollenden Kunstwerke reisen als BMW ART CAR Collection durch die ganze Welt.

Derzeit gastiert Sie in Form einer Wechselausstellung in München. Dr. Andreas Braun, Kurator der Ausstellung, gab funkjunge.com einen Einblick hinter die Kulissen.

 
Herr Dr. Braun, aktuell befindet sich die BMW ART CAR Collection in München, wie fühlte es sich an, die Ausstellung wieder zu Hause zu haben?



Die BMW Art Car- Ausstellung läuft offiziell bis Sonntag, den 25.09.2011. Ich bin stolz darauf, dass das BMW Museum, welches die Heimat der Art Cars ist, fast alle Fahrzeuge dieser Kollektion präsentieren kann.

 

 
Befinden sich die ausgestellten Exponate im Originalzustand, zum Beispiel inklusive Spuren der 24h Rennen, oder wurden selbige eigens für die Wanderausstellung nochmals restauriert?



Die Art Cars wurden nicht eigens für die Ausstellung restauriert, jedoch in den zurückliegenden Jahren mehrfach fachmännisch gepflegt und restauriert.

 
Die Münchener Ausstellung lief nun knapp ein Jahr, haben Sie das Gefühl, dass selbige sowohl für die Institution als auch die Besucher ein Erfolg war?



Sie ist ein Erfolg. Vor allem was die Besucherzahlen betrifft, denn sie hat uns vor allem geholfen, als wir in den letzten Wochen die Dauerausstellung wegen technischer Probleme schließen mussten. Bei anhaltend schlechtem Wetter kamen im Juli Tausende von Besuchern, allein aus dem Ausland schätzungsweise 20.000 Touristen. Diese hätten wir alle bitter enttäuschen müssen. Die Besucherzahl beträgt per anno 410.000 Besucher, die Wechselausstellung hat daran großen Anteil. Themen wie die Bildende Kunst positionieren unser Museum – nach dem Dt. Museum das zweitmeist besuchte Museum in München – in der Kulturszene und bringen uns in Kontakt mit neuen Zielgruppen.

 

 
Einige Kritiker würden sicherlich bemerken, dass, wenn Künstler ein Auto bemalen, dieser Partnerschaft eher ein Marketingaspekt für beide Seiten statt der Wunsch nach einem neuen Kunstobjekt zu Grunde liegt. Wie stehen Sie zu der mittlerweile siebzehn mal erfolgten Zusammenarbeit?



Selbstverständlich sind wir mit allem Kunstengagement auch verpflichtet, zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Gute Arbeit im Kunstbereich und ein stilvoller Umgang mit Projekten und Künstlern zahlt auf ein positives Image in der Öffentlichkeit ein. 17 Art Cars in 35 Jahren stehen für meine Begriffe auch für ein gewisses Maß an Nachhaltigkeit. Sie sind keine Eintagsfliegen, sondern stets der großen konzeptionellen Ausrichtung verpflichtet. Wir haben, wie Sie bei näherer Betrachtung vielleicht gesehen haben, dem Künstler sehr viel Freiheit beim Gestalten seines Art Cars gelassen. In dieser Vielfalt der Aussagen liegt vielleicht der größte Reichtum dieser Sammlung. Gerade diese Freiheit spricht meines Erachtens für unsere Unternehmenskultur, nämlich Toleranz, andere kritische Meinungen zuzulassen.

 
Siebzehn mal waren große Künstler der Gegenwart in der Lage, einen BMW optisch zu gestalten. Angefangen von Alexander Calder, über Künstler wie Andy Warhol, Olafur Eliasson sowie zuletzt Jeff Koons verpassten den technischen Meisterwerken einen künstlerischen Anstrich, welches Objekt gefällt Ihnen am Besten?



Wenn man denn überhaupt ein Werk hervorheben sollte, was ich angesichts der Vielfalt der Sammlung ungern tue, gefällt mir vom Konzept her das Art Car von Jenny Holzer am besten.

 

 
Ihre Institution betreibt auch eine online Version der Ausstellung und gegen Ende diesen Jahres startet das BMW Guggenhein Labs Projekt. Was halten Sie von der neuen Interaktivität und auch Mobilität der Kunst?



Persönlich kann ich dazu eher weniger sagen. Das Guggenheim Lab als solches hat nichts mit Mobilität der Kunst zu tun, sondern will eine starke Kooperation mit dem renommierten Guggenheim Museum sowie eine öffentliche Plattform sein, die den Dialog um brennende Fragen unserer Zeit fördert. Auf dem realisierten Internetauftritt der Kooperation wurde hierfür eine weitreichende Informationsquelle geschaffen.

 
Danke Herr Dr. Braun für das Interview. Ich wünschen Ihrem Unternehmen noch viel Erfolg, sowohl generell als auch im Bereich der Kunst, Ihnen persönlich auch noch alles Gute bei Ihren weiteren Vorhaben.

 
Fotos via BMW Group PressClub.

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