Take care of yourself – Gute Vorsätze und Realität

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Idealerweise ist der Mensch jemand, der immer an sich arbeitet. Die leichteste Form dieser Optimierung beginnt mit der Definition von, persönlichen, Zielen. Die wahrscheinlich verlogenste Form sind hierbei wohl Vorsätze. Take care of yourself – Gute Vorsätze und Realität.

Anfang Januar machte ich zwölf Tage Urlaub. Die Reisekosten inklusive Verpflegung, Internet und Entertainment beliefen sich auf knapp 300,- €, ein lachhafter Betrag, wenn der Urlaub in Toronto statt einem Krankenhaus stattgefunden hätte. Ich habe lange überlegt, wie es dazu gekommen ist und dementsprechend auch überlegt, was ich verändern kann. Wichtig war mir hierbei, Ziele statt Vorsätzen zu definieren. Diesen Impuls findet ihr unter anderem auch in Norman Bücher – Abenteuer Motivation: Lebensimpulse des Extremläufers1 wieder. Das Buch richtet sich, vergleichbar zu Born to Run von Christopher McDougall, auch an Nicht-Sportler, gibt hierbei aber Ideen zur Selbstoptimierung.

Wenn wir einmal ehrlich zu uns selbst sind, sind wir in der Regel für unseren Stress selbst verantwortlich. Eine verpasste U-Bahn, eine nahende Deadline, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es sei auf den ersten Blick sicherlich leicht gesagt, aber, wenn du kein Arzt bist, entscheidet deine Arbeit nicht über Leben und Tod. Solange ich bei einem Fahrertraining niemanden überfahre oder jemand Suizid begeht, da eine digitale Kampagne nicht an Tag X live geht, bin ich nur für mein eigenes Leben verantwortlich. Ein eigentlich entspannendes Gefühl.

Sollte es dennoch einmal stressiger zugehen, empfiehlt sich ein persönlicher, idealerweise sportlicher, Ausgleich. Dabei ist die Intensität anfangs zweitrangig, selbst ein kurzer Lauf um den Block ist zunächst ausreichend. Einerseits hat man so das Gefühl immerhin etwas getan zu haben, man hat in der Tat etwas getan und man setzt die Basis für ein Ritual. Bin ich zwei Abende vor dem Sofa nochmal abgebogen und habe einen Lauf um den Block gemacht, laufe ich beim nächsten mal vielleicht zweimal um den Block.

Bestand mein Block 2014 noch aus 21 KM so bestand er 2015 aus 42 KM und 21 Trail-KM. Entscheidend hierbei war einzig und allein mein Durchhaltevermögen und die Kraft, mich selber zu fordern. Die imaginäre Komfortzone spielt hierbei jedoch oftmals ein falsches Spiel mit uns. Wieso in den vierten Stock gehen, wenn es doch einen Aufzug gibt? Wieso nur ein Stück Kuchen essen, wenn doch zwei auf dem Blech liegen? Niemand fordert dich beruflich oder privat, außer dir selbst. Um meinen Kopf frei zu bekommen und inneren Frieden mit mir zu finden, werde ich meine sportlichen Ziele daher auch höher stecken, in Form eines Supertrails und einem Triathlon-Wettkampf. Welche Distanz Letzterer haben wird, ist so ungewiss wie die Tatsache, wie schnell ich wieder Schwimmen lernen werde – seit meinem Abitur ist es mit dem sportlichen Schwimmen eher mau. Komfortzone ist jedoch nicht meine Zone.

Im Zuge dieses Push Yourself kam ich jüngst mit Sandra Blanz, Yogalehrerin aus Köln, in Kontakt. Durch eine bereits vorhandene Core Strength dank Freeletics fand ich schnell Gefallen an der Möglichkeit, sich durch Yoga gleichermaßen zu fordern und fördern. Gerade im Laufsport sind die Benefits von Yoga sehr groß. Mittlerweile messe ich mich dank Pocket Yoga sechsmal die Woche nebst griechischen Göttern nun also auch mit indischen Kriegern.

Auf sich selbst zu achten ist heute so einfach wie auch schwierig wie nie zuvor. Während das Angebot an gesundem Essen und Lifestyle größer ist als jemals zuvor, so verlieren sich auch viele im Alltag. Sich selbst nicht mehr so ernst zu nehmen und einen sportlichen Fokus zu haben zahlt sich erst 100% aus, wenn man auf sein Essen achtet. Ein maßloser Lebensstil lässt Rückschlüsse darauf führen, wie wichtig du dir selbst bist. Im ersten Moment mag dies harsch klingen, aber würdest du jemanden ernst nehmen, der sich selbst nicht zu schätzen weiß?

Während meines ersten Marathons hatte ich nebst Ankommen nicht nur eine Zeit vor Augen, sondern habe jeden Kilometer auch als +1 wahrgenommen. Statt 42 KM bin ich 42 mal nur 1 KM gelaufen und konnte jedesmal ein +1 verbuchen. Ohne Ziele und hierbei auch Zwischenziele wird niemand sein Ziel erreichen. Take care of yourself – Gute Ziel werden zur Realität.

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2 Comments

  1. Schöner Artikel, Florian. Ich verfolge deine sportlichen Steps mit Freude. Allerdings denke ich, dass es auch echt wichtig ist, dass du dir regelmäßig Zeit nimmst um zu „chillen“. Ich glaube es geht ganz schnell, dass man sich in einen Kreislauf aus „höher, schneller, weiter“ pusht. Ich drücke jedenfalls die Daumen für deine nächsten Wettkämpfe und google jetzt erstmal fix „Pocket Yoga“. 😄

  2. Danke Jaisha, da liegst du definitiv richtig. Aktuell sitze ich auch an mehreren Trainingsplänen und plane einen Cheatday á Woche. Pocket Yoga ist für den Anfang sehr gut, vor allem da es in Lifesum seine Daten schreibt.

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