Umwege mit Aussicht – Mit dem Rennrad nach Traunstein

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Wie viele Männer braucht man, um von A nach B zukommen? Umwege mit Aussicht – Mit dem Rennrad nach Traunstein.

Während unsere Mobiltelefone heutzutage nicht nur unseren Ort, sondern auch die Höhe, auf der wir uns befinden, anzeigen können, steht Ferdinand Magellan in einem Wurmloch gerade am Steuerrad seines Schiffes. Das die Erde keine Scheibe ist, ist, entgegen aller Mythen, längst geklärt, aber welche Form der Planet de facto hat, ist nicht klar. Auf gut Glück umsegelt der Portugiese unseren Planeten, während ich in Strava und Google Maps die nächste Route plane.

Ist man beim ersten Mal noch unberührt, kribbelt es bereits ein wenig bei den Vorbereitungen. Österreich die Zweite klingt nach einem gelungen Saisonabschluss und Salzburg als Destination ist per se nie verkehrt. Eine erweiterte Komfortzone verglichen mit den Ozeanen dieser Welt. Statt zu Wasser gelassen zu werden, fahren wir mit der BOB von München nach Holzkirchen und begeben uns auf unsere Entdeckungsreise. Dieser September-Sonntag wirkt wie ein Relikt aus dem Juni und hätte Ferdinand sicherlich auch gefallen.

Ist eine Gerade die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, haben auch schon Fettes Brot erkannt, dass viele Wege nach Rom führen. So schnell meine Laufräder drehen, so fix hat man sich in den kleinen bayerischen Orten bereits verfahren. Google Maps zeigt bei seiner Fahrradroute sicherheitshalber die Beta-Warnung an, wissen sie doch genau, dass man plötzlich mit dem Rennrad eine Schotter-Abfahrt zu bewältigen haben könnte.

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Während die Beine abwechselnd warm und kalt werden, kommt die Zoom-Geste auf der Karte fast aus dem FF. Einen Zeitplan gibt es nicht, nur ein Tages-, wobei eher Kilometerziel. Kehre um Kehre wird genommen und Anstieg um Anstieg bewältigt. Fraglich ist teilweise, wer hier wen bewältigt hat, doch auch bei Magellan mag sicherlich nicht alles nur Südsee-Romantik gewesen sein. Mag man beim ersten Anstieg noch fluchen, ist man beim zweiten schon in einem inneren Tunnel. Hell yeah prangt auf meinen Socken und ich genieße das Leiden. Zwischenzeitlich ist mehr Umweg statt Strecke zurückgelegt. Die Sonne scheint sich glücklicherweise an unserer Ziellosigkeit zu erfreuen, schaut sie uns doch die ganze Zeit über die Schulter.

Im Zen geht es um das Machen statt dem Erreicht haben. Der Zustand, der Aufgabe innerhalb einer Sache, statt für das zu erreichende Ziel. Das Dopamin in meinem Körper kann dies bezeugen, haben wir zwar nach 130 Kilometern anvisierter Strecke erst Traunstein statt Salzburg erreicht, fühle ich mich wie dennoch wie Hannibal Smith. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert und diese Ausfahrt war definitiv eine Reise wert.

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