BMW Berlin Marathon – Erfolgreich und doch gescheitert

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Die Zeit steht still. Mein Kopf wird musikalisch in einem Vakuum festgehalten, während mein Körper sich scheinbar in einem schwerelosem Raum aufhält. Ich bin im Tal der Lustlosigkeit gefangen. BMW Berlin Marathon – Erfolgreich und doch gescheitert.

Ausgehend davon, dass man zwei bis drei Marathons á Jahr absolvieren soll, mag mein diesjähriger Wettkampf-Kalender irrwitzig voll erscheinen. Wings for life run München, Wien Halbmarathon, Meran Halbmarathon, Kopenhagen Marathon, Zugspitz Supertrail, Erbach Triathlon Olympisch, Erlangen Triathlon Mitteldistanz und der Berlin Marathon sind bereits absolviert, München Halbmarathon (Pacemaker) und Palma de Mallorca Halbmarathon noch offen. Mag dies für manche die Planung aus drei Jahren sein, so ist es für die anderen ein müdes Lächeln. Man absolviert ja nicht alles in Bestzeit und für die wichtigen Kämpfe lohnt sich definitiv ein Warm-Up Kampf.

Lauftraining, Radtraining, Schwimmtraining, Freeletics und Yoga, dazu noch ein Full-Time Job, ein Freelance Job, eine Beziehung und manchmal Sofa mit einem Bier. Stress macht man sich nur selber und Pensum macht müde, aber ich empfinde ehrlicherweise weder noch. Zwischen Genie und Wahnsinn ist ein schmaler Grat, ebenso zwischen Erfolg und Misserfolg. Ein DNF ist kein Weltuntergang und Bestzeiten hängen selbstredend nicht am Baum und doch bin ich müde.

Hatte ich in Kopenhagen noch mit den kleinen aber gemeinen Brückenanstiegen sowie der unerwarteten Hitze zu Kämpfen, wollte ich in Berlin endlich die Sub3-Marke überwinden. Unter 3 Stunden, im insgesamt dritten Marathon, klang so attraktiv, dass es einfach klappen musste. Trotz Wiesn-Schnupfen und reduzierter Umfänge wollte ich die magische Hürde knacken. Die Rechnung hatte ich ohne meinen Magen gemacht, ohne den fehlenden Laufpartner für eine 2:55 und ohne Berlin. Mein erster der World Marathon Majors ist hierbei einer der schnellsten, aber sicherlich auch der gemeinsten. Wenn selbst der, für mich typische, Schlussspurt nicht mehr drin ist, werde ich wohl gut Körner gelassen haben auf den 42,2 Kilometern. Selbst eine 1:28:58 auf die Halbmarathondistanz war nicht ausreichend um mir einen erfolgreichen Erfolg zu gönnen.

Mag ich eventuell schneller sein als du, so ist definitiv jemand schneller als ich – 1.617 Läufer und Läuferinnen beim Berlin Marathon alleine schon. Denn trotz einer neuen persönlichen Bestzeit habe ich die Sub3 um 1:19 Minuten verpasst. Erfolgreich gescheitert oder erfolgreich und gescheitert bleibt dabei offen, bin ich doch aktuell zu müde und lustlos, um es selbst zu klären.

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram und Twitter.

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