Dem tristen Winter seine Musik The XX – I See You

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Die Kälte bahnt sich ihren Weg durch die Jacke. Mein Atem erschafft Wolkengebilde, welche sich sofort wieder in ein Nichts auflösen. Eine tödlich und dabei doch friedliche Stimmung umgibt mich. Dem tristen Winter seine Musik The XX – I See You.

Meine Blicke schweifen zwischen den Büsten umher. Verglichen zu den Engeln, Marien und Geistigen ist meine Existenz nahezu lächerlich kurzweilig. Sie haben schon soviel gesehen und werden noch weit mehr erleben, da befinde ich mich bereits bei den Wolkengebilden. Vom Wetter, von der Welt sind sie gezeichnet und lassen sich ihre Gefühle nicht anmerken. In der Hoffnung auf etwas Besseres, etwas Neues, oder doch in der traurigen Gewissheit, dass es das war?

Das Leben bleibt stehen, öffnet sich und aus einer anderen Welt ergreifen mich Trompetenchöre. War ich gerade noch in der einsamen Kälte gefangen, durchflutet mich plötzlich eine melancholische Wärme. Ein dreidimensionales Nichts, Dunkelheit und dazwischen ich und warme, lila, rote, blaue und grüne Lichtstreifen, welche der Dunkelheit ihre angsteinflößende Aura nehmen.

Plötzlich wird es hell, ich sitze auf dem Sofa, schmecke Whiskey am Gaumen und lausche dennoch mit geschlossenen Augen den elektronischen Klängen. Stimmen, die wirken, als unterhalten sie sich mit sich, lassen mich an ihren Erzählungen teilhaben. War ich gerade noch stiller Beobachter, bin ich nun stummer Zuhörer. Die farblose Kälte weicht einer vertrauten Wärme und ich genieße es, dich zu sehen.

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