Glücklich gescheitert - Marathon Sightseeing in Paris

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Paris Marathon

Glücklich gescheitert – Marathon Sightseeing in Paris

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Sometimes you just do things – Das Zitat von Scott Jureks Vater ist seit zehn Kilometern mein ständiger Begleiter. Zusammen mit meinen Gel Aktiv 3 Tuben und der Sonne. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich mich gerade im Juli in Biarritz, statt aktuell in Paris, verorten. Glücklich gescheitert – Marathon Sightseeing in Paris.

Paris Marathon

Der Regen peitschte mir ins Gesicht, der Wind trieb den Schnee in meinen Kragen und machte den Untergrund rutschig. Mein Kleiderschrank war nahezu leer, befand sich meine Sportbekleidung dank Zwiebellook meist im Wäschekorb oder auf der Leine. Zwölf Wochen Training fanden ihren Höhepunkt in der französischen Hauptstadt, und feierten anschließend eine beeindruckende Niederlage gegen die Zeit. Während der Marathon Geschichte schreibt als einer, den ein Ehepaar gewonnen hat, widme ich einen imaginären Grabstein meinem inneren Schweinehund.

Kann man im Training Splits noch so minutiös planen, sich auf Untergründe vorbereiten und seine Ernährungsstrategie austesten, gibt es doch zahlreiche Unbekannten, welche den Laufsport so wunderbar machen. Wetterumschwünge, Hitzewelle, die Rennstrategie der Pacer und auch das Streckenprofil sind die, oft wortwörtlichen Stolpersteine, egal ob ambitionierter Hobbysportler oder Profi. Verändert sich die Temperatur während einem Marathon um mehr als 10°C, ist das mitunter nicht nur eine Menge Holz, sondern gleicht fast eher schon einer Wand. Gepaart mit der berüchtigten Wall, welche einen überall zwischen 29 KM und 41 KM treffen kann, wirkt es fast eher schon wie ein Spartan, statt einem Straßenrennen.

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War meine Welt bis Kilometer 25 noch eine Mingvase, glich sie ab dem Kursverlauf an der Seine eher einem Scherbenhaufen. Wortwörtliche Ups and Downs, gepaart mit Kopfsteinpflaster und kilometerlangen Läufen durch Straßentunnel brachten mich derart aus dem Takt, dass das schlimmste passierte, der Kopf schaltete sich ein. Von Läuft!, über Ziemlich heiß heute bis Läuft! Rückwärts und bergab! hatte das Kopfkino einige Episoden für mich parat und genügend Futter für den inneren Schweinehund.

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Kann man für ein Rennen nicht alles planen, so gibt es nebst Finisher-Medaille eben auch die Bonus-Level mit Sonderpreis. Lautet das Motto des Wings for life runs, Run for those who can’t, sollte man nicht nur immer sein Bestes geben, sondern manchmal Dinge auch einfach tun. Sometimes you just do things. How bad do you want it? To give anything less than your best, is to sacrifice the gift. Während Spitzensportler vermeintlich vom anderen Stern kommen, wissen sie doch einfach nur, sich besser zu motivieren und eben das habe ich auch gemacht.

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Wollte ich endlich die Sub3-Marke knacken, habe ich stattdessen meinen inneren Schweinehund besiegt, ein für mich hartes Rennen gefinished und nebst einer Medaille und einem T-Shirt etwas schöneres bekommen – Rückgrat.

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram und Twitter.

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