Pistolen und Nationalparks – Willkommen in Arizona

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Es ist kurz nach sechs Uhr morgens und dennoch steht die Hitze in Pablo. Während ich mit halb offenen Augen aus der Seitentür falle, greife ich meine Laufschuhe und versuche meine Körper- der Außentemperatur anzupassen. Pistolen und Nationalparks – Willkommen in Arizona.

Mitten im Nirgendwo und doch in der Zivilisation. Hatten wir es uns in der Nacht zuvor noch in der Wüste gemütlich gemacht, stehen wir nun auf einem sandigen Parkplatz. Kleine Sträucher und unzählige Vans säumen meinen Weg und obgleich ich einen guten Orientierungssinn habe, verlaufe ich mich fast in der Blechlawine.

Ich stehe nackt in der Wüste und dusche hinter der Fahrertür, während im Heck das Wasser für den Kaffee kocht. Die Luft ist so trocken und warm wie unser Frühstück, dabei genießen wir trotzdem den Geschmack von Freiheit. Meine Deadline sind 218 Meilen, mein Gehalt unzählige Eindrücke.

Nationalpark-Days sparen uns die Eintrittsgebühren in den Kinderspielplatz Joshua Tree, im Kofferraum kühlt feinstes Kona Castaway Indian Pale Ale und Unmengen an refried beans – es geht uns Danke, gut. Die Fenster sind unten, die Musik aufgedreht, wir fahren unserem Tagesziel entgegen und einem Sonnenstich davon.

Während die Sonne ihr Tagwerk beendet, rollt Pablo seinem Zwischenziel entgegen. Duschen, ein kühles Blondes mit der freundlichen Brünetten vom Beifahrersitz, eine Prise Salz und eine Prise Schlaf.

Falle aus der Seitentür, greife meine Schuhe. Durchlaufe das Golf Resort um die Ecke, ein Hürdenlauf zwischen Autos, die Autos ziehen, die Boote ziehen. Ich stehe in Arizona und gehe kurz duschen, während im Heck das Wasser für den Kaffee kocht. Meine Deadline, High Noon.

Schießstände säumen unseren Weg und plötzlich stehen uns ein Sheriff und ein Bankräuber im Weg, Pistolenschüsse fallen, doch es gibt keine Verletzten, nur Applaus der Zuschauer. Befuhren wir schon die Schwester der Mutter aller Highways, rollen wir nun auf der Straße der Straßen.

Auf Meter machen, folgt tanken, folgt essen, folgt Eindrücke sammeln – die wunderbare Monotonie eines Roadtrips nimmt uns so sehr gefangen, wie die Bäume die allmählich wieder unseren Weg säumen.

Während die Sonne ihr Tagwerk beendet, rollt Pablo seinem Zwischenziel entgegen, einem Parkplatz am Fuße des Grand Canyon, Willkommen in Arizona.

Passender Track:
Gin Wigmore – Written in the water
Route:
Black Rock Canyon Campground // Joshua Tree National Park // Needles // Oatman // Kingman // Seligman // Grand Canyon National Park

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram und Twitter.

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