Adieu Las Vegas. Viva Yosemite – Im Van von Nevada nach Kalifornien

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Höhenmeter ist das Motto des Tages. Hoch jagt Runter und bei jeder Kehre hat man Angst Pablo würde sich gleich übergeben wollen. Adieu Las Vegas. Viva Yosemite – Im Van von Nevada nach Kalifornien.

Eine Woche, mindestens drei Nächte, sagten sie und doch zieht es uns zeitnah wieder aus dem Mekka des schnellen Geldes und der Spielsucht. Auf Glanz und Gloria folgt die ernüchternde Wahrheit genannt Walmart. Würden die Entwickler des Hitchhikers Guide to Galaxy ein zweites Lager benötigen, würden sie es hier finden. Man bekommt hier alles, fordert eine Beförderungspauschale um von A nach B zu kommen und vergisst dabei leider, was man eigentlich wollte.

Die Leichtigkeit eines Roadtrips ist weit mehr als Mumford & Sons aufzulegen und Bilder auf instagram zu posten. Routenplanung, kleinere Reparaturen und Campingplätze bei Nacht suchen, die doch eigentlich genau hier sein sollten, stehen an der Tagesordnung.

Der Mensch will die Sicherheit eines Reihenhauses und eines Bausparvertrages, sucht aber dann das Abenteuer in einem geliehenen Campervan. Die Belohnung ist ein Chili aus der Kofferraumküche und ein Berg- oder Seeausblick am Morgen statt der Mülltonne der Nachbarn.

Höhenmeter ist das Motto des Tages. Hoch jagt Runter und bei jeder Kehre hat man Angst Pablo würde sich gleich übergeben wollen. Während wir Pablo durch das Death Valley jagen verwandelt sich das Trio Infernale kurzum in die vier apokalyptischen Reiter, hat es sich doch die Todeshitze im Fond gemütlich gemacht.

Während die Klimaanlage eine Zwangspause einlegt, bin ich einfach nur sprachlos auf Grund der Tatsache, dass Menschen in dieser Szenerie einen Ultra-Marathon laufen können. Statt Badwater gibt es No water.

Nebst gegrilltem Schweinehund erwartet sie Schnee im Ziel und schier endlose Anerkennung. Der Mensch ist doch ein seltsames Geschöpf.

Wir schmieden Pläne um das Ruder doch spontan umzureißen, geben anderen Tipps für ein entspannteres Leben und werden dann unruhig wenn man nur eine Papierkarte im Handschuhfach sein Eigen nennen kann.

Dabei steht und fällt alles mit der Wahl des passenden Partners, alternativ Route. Glück in der Liebe, Pech im Spiel und so drehen wir nach 120 Minütiger Anfahrt wieder um und gönnen uns die schönste Detour seit langem. Auf dem Tagesziel steht Yosemite Village, auf dem Speiseplan unser Essen oder wir, zumindest wenn wir unser Essen nicht in den Food-Lockern vor den Bären verstecken.

Knapp 800 Meilen trennen den Nationalpark der Nationalparks von Viva Las Vegas. Das Mekka des Klettern und einer ganzen Generation von Laissez-faire und Drogenexperimenten sonnt sich hier im Antlitz des Half Dome. Die Stille der Natur und der Geruch von Chili dringen durch Pablo, inklusive dem Summen der Motoren des benachbarten Wohnwagens, welcher gerade seine Wände herausfährt. Roadtrip ist, was du draus machst, wenn deine Nachbarn dich lassen.

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