Bullet im Backstage – Schwedischer Heavy-Metal trifft bayerische Gemütlichkeit

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Viel zu spät falle ich aus der S-Bahn und suche mir meinen Weg durch Blitz und Donner gen Backstage. Bullet im Backstage – Schwedischer Heavy-Metal trifft bayerische Gemütlichkeit.

Völlig durchnässt angekommen stehe ich am Eingang und schaue einem Mann mit feinstem Schnörres und Lockenpracht dabei zu, wie er sich genüsslich eine Zigarette dreht, nur um ihn zwei Stunden später mit einem Nietenband um den Hals auf der Bühne als Bassisten wieder zu entdecken.

Frauen mit zu engen Hosen und Männer mit zu kurzen Oberteilen stehen neben mir, während mir der Schweiß die Kutte runterrinnt. Knapp 90 Minuten durchlaufe ich eine Kackophonie aus Kopfnicken, Ausdruckstanz und Grölen, während Riffs, so sauber geschwungen wie ein Skalpellmesser, mein Honigkuchenpferd-Grinsen zum leuchten bringen.

Ein 1,60m großer Samwell Tarly-look-a-like scheint, mit einer Leichtfüßigkeit, musikalisch eine Tektonische Plattenbewegung hervorzurufen, wie ich Gewicht auf die Waage bringe. Er hat das gleiche schelmische Grinsen im Gesicht, wie dein bester Freund, der dir zeitnah die beste Schnappsidee deines Lebens präsentieren wird, und dabei doch etwas Schüchternes.

Während die Band ihr instrumentales Spielfeld ausreizt, Solis gleichzeitig gen Himmel und Hölle sendet, steigen im Hintergrund Seifenblasen empor. Gerade keimt noch ein WTF?! auf, bevor man obgrund dieser grandiosen Skurilität das Lächeln nicht aus mehr dem Gesicht bekommt. Der Grad zwischen Genie und Wahnsinn mag klein sein, doch die fünf Schweden wissen halt, wie man mit dem Wildfire spielt.

Ich lasse mir von den Boxentürmen den Alltag aus dem Kopf blasen, denke an mein jugendliches Ich, welches dem Eifel-Wetter zum Trotz, die ganz Großen der Rockgeschichte bewundern durfte. Ich erlebe eine Symbiose aus dem Show-Talent von KISS und Steel Panther, mit der Stimmgewalt von Ozzy, Bruce und Brian und könnte glücklicher ob dieser Katharsis nicht sein.


Es ist ein Mittwochmorgen als ich über den Artikel zum sechsten Album der schwedischen Heavy Metal Band Bullet stolpere. In der deutschen Rolling Stones steht etwas von AC/DC-eskem Sound und im ersten Moment wirkt es genau so, dabei ist es weit mehr.

Ich schätze mich glücklich Bands wie KISS, Iron Maiden, Slipknot, Judas Priest, Limp Bizkit, AC/DC oder Airbourne live gesehen zu haben. Heavy und Metal, NWOBHM, Speed Metal, Death Metal, Trash Metal und wie sie alle heißen. Es gibt viele Bands die gute Studioalben veröffentlicht haben, aber wenige, deren musikalisches und stimmliches Spektrum jegliches Mischpult in den Schatten stellt. Fucking Hell Hofer <3

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