Langstrecken Schwimmen München – Meine ersten 4.000m Schwimmen

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Eine Bank. Noch eine Bank. Ein Baum. Gerade war der Baum noch weiter hinten. Ein Arm. Ein Fuß. Eine Boje. Noch eine Boje. Eins, zwei, drei – atmen. Eins, zwei – atmen. Langstrecken Schwimmen München – Meine ersten 4.000m Schwimmen.

Es ist Samstag und der Planet brennt, doch gleich knallt es. Trotz verkorkster Vorbereitung und mehrwöchiger Schwimmpause dank Beruf und Impingement-Syndrom bin ich gerade auf dem Weg zu meinem ersten Langstrecken-Schwimmen. 4 Kilometer, unterteilt in 2 x 2.000m mit kurzem Landgang, stehen auf der Tagesordnung. Zumindest so lange es weder gewittert, noch ich auf Grund von Problemen das Handtuch werfen muss.

Knapp 300 Starter für die 4.000m Meter Distanz finden sich an diesem Tag in der alten Olympia-Strecke, der Regattastrecke Oberschleissheim, ein und warten nur auf den Startschuss. Als die Pistole plötzlich aufheult, verwandelt sich die Regattastrecke in ein Haifischbecken.

Fast 600 Arme machen sich plötzlich auf in den Kampf gegen sich selbst und die Zeit und ich bin dankbar, dieses Szenario schon aus dem ein oder anderen Triathlon Massenstart zu kennen.

Nach einem, für mich, schnellen Anschwimmen komme ich recht zügig in meinen Rhythmus und mache Meter. Würde ich auf der Mitteldistanz noch ob höherer Frequenz noch in eine 2:2 Atmung verfallen, gönne ich mir und meiner Schulter eine 3:2 Taktung.

Die rar gesäten Ausblicke auf Bänke und passierende Schwimmer wechseln sich ab mit typischem im Trüben fischen. Macht mir open water Schwimmen mittlerweile keine Angst mehr, genieße ich es heute regelrecht. Lediglich die 250m Markierungen fliegen zu langsam an mir vorbei, aber ich bin dankbar für jeden Moment, den meine Schulter hält.

Dank diverser Triathlon-Rennen und Übertragungen denke ich zwischen den ganzen links-rechts-Atmungen immer wieder an den Blick nach vorne, während meine Mitstreiter sich teilweise am Rand der Regattastrecke wiederfinden.

Nach knapp 1.900m geht es zur 2.000m Marke gen Land. Aussteigen, ausatmen, einen Schluck trinken und mit einer 41er Zeit wieder zurück gen Start. So langsam ich mich bewege, so froh bin ich doch, wieder auf dem Rückweg zu sein. Ist doch jeder geschwommene Meter länger, als meine bisher geschwommene Maximallänge.

Könnte ich 3,8 KM auf einem Bein wahrscheinlich hüpfen, schwimme ich die 4KM heute nur, um die Langdistanz machbar zu wissen. Wer einmal fünf Minuten mit sich selbst verbringen musste, kann sich vorstellen, wie anstrengend knapp 90 Minuten Kopfkino sein müssen. Eine Bank. Noch eine Bank. Ein Ohrwurm, gefolgt von einem anderen Ohrwurm und einer unfassbaren Monotonie.

Nach 1:26:28 erreiche ich wieder das Land und bin so fertig wie glücklich. Wäre ich noch langsamer geschwommen, wäre ich wahrscheinlich untergegangen. Aber nach der Pflicht, kommt die Kür und meine zweiten 4.000m warten schon auf mich. Aber jetzt bin ich erstmal ziemlich glücklich und finde mich schon ein bisschen großartig.

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.