Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW45

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Die Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform 1. Die Meinung ist meine und bezieht sich auf meinen Tag. Die Highlights meiner Blackouts gibt es in wöchentlicher Routine, verpackt in lyrischen Kleintexten ergo Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW45.


IXXI:
Und plötzlich ist ein leeres Blatt Papier die personifizierte Angst vor dem eigenen Unvermögen. Bedeutungsschwangere, gewaltige Worte, welche der Grammatur gerecht, aber auch eine Leichtigkeit, die dem Leser, in erster Linie mir, taugt darf es sein. Klingt in etwa so bescheuert wie Fliegengewicht. Ist es nun Fliege oder GEWICHT?

Ist ein kleiner Gedanke schon wichtiger als keiner? Oder darf man auch im Nichts aufgehen? Was ist eigentlich Nichts? Ist nicht alles Etwas? Frage ich eine geliebte Person, ob etwas ist und bekomme die Antwort Nichts ist brennt quasi der Baum. Und wenn der Baum brennt, dann ist es schon biblisch, frag mal Moses.

Pelham ist definitiv kein Fliegengewicht, aber er ist ja auch zu gewichtig für den deutschen Sprechgesang. Hat quasi seinen Ring schon im Baum hinterlassen, nur ich hingegen kann meine Existenz nicht in Gewichtigkeit fassen. Warum sind wir eigentlich hier, nur für Bier. Konsum ist auch so ein Laster, meist geht es um den großen Zaster, jemand verdient ganz großes Geld, schlägt Profit aus der Welt, aber hint, du bist es nicht.

Isso! Isko. Auf einer Veranstaltung letzterer habe ich nämlich wieder gelernt, dass man mit der Nachhaltigkeit in der Vorreiterrolle ist. Tja, aber solange ein weißes Handtuch und Daumen rausstrecken dich nicht aus der Scheiße retten, sollten wir die Ärmel hochkrempeln und die Jockeymütze aufsetzen. Einer muss den Job ja machen.

XIXI:
Bin ich ein guter Mensch? Bin ich ein Gutmensch? Bin ich ein Gutsmensch? Heute stand ich auf dem Gutshof eines Künstlerehepaars. Wie Worpswede, nur am Ammersee. Beide hatten es geschafft und sich in der Kunstwelt einen Namen gemacht. Trophy life statt trophy wife. Jetzt sind beide tot und ich spaziere über ihr Grundstück. Wie die anderen Touristen, nur das ich mir wünsche, ich hätte Stift und Papier, falls mich die Muse, statt meiner Freundin, küsst.

Gut, ist nicht passiert aber trotzdem war es ein schöner Tag. Wir haben viele Häuser gesehen und auch solche im skandinavischen Design. Da könnte man schon sesshaft werden. Und Zimtschnecken und Brot backen. Und wenn mich jemand fragt, wo ich gerade bin, sage ich Daheim. Zuhause ist es doch am schönsten. Nur, wo ist Zuhause? Ist es ein Ort oder ein Gefühl? Zuhause ist, wo du bist. Und ich. Also ich meine sie, nicht dich, aber wo würdest du sagen ist Zuhause?

Bist du ein Gutsmensch oder ein Rastloser? Wahrscheinlich ob der Frage ein Ratloser. Heute sah ich also Wasser und Berge zugleich, von dem Grundstück der toten Künstler. Und ich sah dich. Und das war gut, denn ich war ein Gutsmensch. Zuhause ist, wo du bist, also sie, nicht du.

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Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.