Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW47

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Die Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform 1. Die Meinung ist meine und bezieht sich auf meinen Tag. Die Highlights meiner Blackouts gibt es in wöchentlicher Routine, verpackt in lyrischen Kleintexten ergo Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW47.


XXXI:
Bunte Giebel reißen ein Loch in die Leinwand aus tristen Pflastersteinen und grauem Himmel. Kleine Gassen, geschmückt mit vergilbten Holzschildern und ausgeblichenen Stickern von Fußballvereinen, Rockbands und Blogs.

Eine Stadt, geteilt durch einen Fluss. Ursprung allen Lebens und meines Werdegangs. Väterchen Frost und Mutter Rhein. Ich stehe vielleicht auf der falschen Seite des Ufers, doch spüre ich Heimat in meiner Brust klopfen. Die frische Luft füllt meine Lungen, die Altstadt meine Seele und Köln, du magst mir verzeihen, Düsseldorf, in dich könnte man sich verlieben.

Farewell du Romanze und vielleicht auf bald. Ich würde es mir wünschen.

XXIIXI:
Die Kälte hält allmählich Einzug in die Stadt. Trocken, rau und farblos wirkt die Luft, wie ein White Cube im urbanen Raum. Gar antargonistisch wirkt hier der LED-Weihnachtsstern. Und der zweite. Und der dritte. Wie eine Perlenkette zieht sich die Weihnachtsbeleuchtung durch die Stadt. Reihenschaltung oder Parallelschaltung?

Ecke rechts, Ecke links, Mercedes-Benz, Leica, Ecke rechts, Einlasskontrolle aber Gästeliste, Weihnachtsmarkt. Der Atem der Gäste steigt gen Himmel und tanzt kurz mit den Lichterketten, bevor er sich mit den Gedanken in Luft auflöst.

Weihnachtsmusik von Turntablen, welche mich an Bali erinnern, brasilianisches Essen, welches Wanderlust in mir weckt, und veganer Bio-Glühwein, weil es halt München ist, von dem wir sprechen. Fehlt nur noch Stirb langsam. Lucky whov? Lucky you.

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