Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW50

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Die Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform 1. Die Meinung ist meine und bezieht sich auf meinen Tag. Die Highlights meiner Blackouts gibt es in wöchentlicher Routine, verpackt in lyrischen Kleintexten ergo Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW50.


Jet lag Tokyo

XIIIXII:
Rolle rückwärts und Vergangenheitsbewältigung. Konnichiwa, hallo Japan. Wobei man eher sagen müsste hallo Tokio. Und wen begrüße ich hier überhaupt? Vom Flughafen Tokio-Narita geht es in die Innenstadt zu irgendeinem dieser Stahl und Glas-Riesen, welche sich als Hotel entpuppen.

Tokyo

Zimmer auf Etagen, für die man in München vier Hotels aufeinanderstellen müsste und auf denen ich dank High-Speed-Fahrstuhl schneller bin, als zu Fuß im ersten Stock. Hoch, umziehen, runter. Während der urbane Trubel seinen gelernten Mustern folgt, laufe ich entgegen dem Jetlag davon. Nichts ist ehrlicher als Schweiß.

Tokyo

Auf geordnetes Leben folgt gewolltes Chaos, in Bahnen und nach Vorschrift bitte. Manga, Harajuku, Sake und Männer, die im adretten Anzug in einen abgesperrten Bereich gehen, nur um zerstört eben jenen wieder zu verlassen. Man bleibt für sich, zwängt sich dem Anderen nicht auf und wird von niemandem verurteilt.

Es gibt Sushi und Pho, es gibt Kirschblüten und volle U-Bahnen, ob es Karōshi gibt, kann ich nicht sagen, aber es gibt ja auch Burn-out und nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Tokyo

Und dann geht es fast wieder zurück. Hoch, umziehen, runter. Durch die Innenstadt zum Flughafen Tokio-Narita. In das Flugzeug und und durch ein kleines Fenster sehe ich Tokio kleiner werden, sehe ich Japan kleiner werden. Doch was ist Japan eigentlich?

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Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.