Sternenkreuzer – Specialized S-Works Venge und Tarmac im Test

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Wie ein Uhrwerk läuft die Kette über die Kassette und wird nur dann und wann von einem Swoosh unterbrochen, welches mich an Star Wars erinnert. Sternenkreuzer – Specialized S-Works Venge und Tarmac im Test.

Es ist Samstag und trotz Wochenende verlasse ich das Bett früh und packe meine Radtasche, nur um kurze Zeit später in Holzkirchen zu stehen. Lucy Charles, Peter Sagan, Kalifornien und Bayern finden hier zusammen. Während die Ironman Weltmeisterschaften in dieser Nacht stattfinden werden, stehe ich vor dem Trikot von Ex-Weltmeister Sagan und werde gleich mit seinem Fuhrpark Meter machen.

Specialized S-Works

Mich treibt gleichermaßen die Faszination als auch die Begehrlichkeit und doch kann ich kaum in Worte fassen, was mich in den nächsten Stunden erwarten wird. Während im Automobilmarkt per se Luxussegmente und deren Mehrwert definiert sind, bin ich im Radsegment ein unbeschriebenes Blatt, zumindest bis mir ein Specialized Mitarbeiter ein S-Works Tarmac in die Hand drückt und mir viel Spaß wünscht.

Specialized S-Works

Sollte jemand ein Schweizer Taschenmesser mit Rädern statt USB-Stick suchen, halte ich es gerade in den Händen. Elektronische Di2- Schaltung, Scheibenbremsen und ein Sahne-Häubchen an Laufrädern darf ich kurzerhand mein Eigen nennen.

Specialized S-Works

Schon auf den ersten Metern frage ich mich, ob ich jemals wirklich Rad gefahren bin. Das Rad läuft so sauber und schaltet so exakt, dass ich meine bisherigen Erfahrungen auch als Einkaufswagen von A nach B bewegen ad acta legen könnte. Unterschied wie Tag und Nacht scheint in der Eierlegenden Wollmilchsau personifiziert zu sein und dabei sprechen wir, obwohl S-Works, nur vom Tarmac.

Specialized S-Works

Dieses Rad ist entwickelt als Bergziege, Rennsemmel und das S in S-Works steht wahrschein für eben jene wendigen Kurven, welche Fahrer und Material gleichermaßen alles abverlangen. Am liebsten würde ich die Kurve kratzen und durchbrennen, würde nicht meine Elenor auf mich warten.

Specialized S-Works

Man ersetze Nicolas Cage und einen Ford Mustang durch mich und ein Specialized S-Works Venge und kann sich grob vorstellen, was mir durch den Kopf geht, als ich dieses Schmuckstück in den Händen halte. Nichts.

Specialized S-Works

Ich bin sprachlos. Kabel? Verbaut zwecks Aerodynamik und Optik. Sitz? Wie für mich extra entworfen. Gewicht, Sturz, Handling? Aus einem Guss. Und dann erwartet einen bei jedem Schaltvorgang noch dieses Star Wars-eske Swoosch.

Man muss nicht Peter Sagan auf diesem Rad gesehen haben, habe ich aber, um zu verstehen was dieses Objekt im Stande zu leisten ist. Einmal um Holzkirchen und schon möchte man sich für Paris – Roubaix – Paris anmelden oder spontan 160 KM Triathlon Training absolvieren. Venge wie Geil.

Specialized S-Works

Da ist es dank Bauweise und Abmessungen auch verkraftbar, wenn man nur das kleine Venge mit Ultegra-Schaltung nimmt. Dieses Bike ist meiner Meinung nach das beste, aktuell verfügbare, Rennrad der Welt. Punkt. Ach Ausrufezeichen. Und das auch genau mit den jeweils verbauten Komponenten wie Laufräder, Sattel, Kurbel, Powermeter und Bremsen.

Statt Trainingslager gibt es nun also Rollentraining und das gesparte Geld kommt in die Spardose. Venga Venge, venga!