Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW05/19

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Die Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform 1. Die Meinung ist meine und bezieht sich auf meinen Tag. Die Highlights meiner Blackouts gibt es in wöchentlicher Routine, verpackt in lyrischen Kleintexten ergo Die Kolumne – Lyrische Blackouts in wöchentlicher Routine KW05/19.


 

Quo vadis Januar? Man wird ja wohl noch fragen dürfen, ohne beim Feedback die Angst haben zu müssen die falsche Kachel bei Minesweeper gedrückt zu haben.

Da ist er nun hin, der erste Monat des neuen Jahres. Vorsätze gemacht und eventuell mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres wieder gen Klospülung geschickt.

Ich las jüngst eine Geschichte, die eher ein Gleichnis war. Sie begleitete mich und ließ mich den Status Quo in seinen Grundzügen überdenken, deswegen stelle ich diese Geschichte nun in den Raum:

Nach langer Suche bekam ein junger Mann einen Job als Holzfäller. Am ersten Tag bekam er seine Axt von seinem Meister und fällte direkt fünfzehn Bäume. Angestachelt von seiner Leistung wollte er am nächsten Tag mindestens wieder fünfzehn Bäume fällen, schaffte aber nur zwölf. Mit seiner Leistung unzufrieden ging er etwas früher ins Bett, doch trotz genügend Schlaf schaffte er nur zehn Bäume.

Am vierten Tag gab er sich eine letzte Chance. Früh ins Bett, keine Mittagspause und arbeiten bis in die Dunkelheit brachten jedoch statt erhofftem Erfolg nur noch mehr Frust, waren es nur noch sieben gefällte Bäume. Niedergeschlagen ging der Mann zu seinem Meister, die Kündigung schon vor Augen. Dieser lachte allerdings nur und fragte “wann hast du das letzte Mal deine Axt geschärft?”

Man hätte auch fragen können, wann man sich ein Bild der Lage gemacht hat, vielleicht wären andere Bäume leichter zu fällen gewesen. Oder der Mann hatte eine Verspannung, da seine Muskeln und sein Mindset sich erst auf das neue Ziel fokussieren mussten, statt ohne Strategie eine Schneise in den Wald zu schlagen.

Man hätte sich kurzum davon freimachen müssen, blindlings in den Tunnel zu fahren. “Ja gut”, mögen Sie jetzt sagen, “dafür habe ich aber keine Zeit. Bei meinem Workload ist es ja ein Wunder, dass ich es noch rechtzeitig auf die Toilette schaffe.”

“Gut”, werde ich dann sagen, “aber dann wundern Sie sich nicht, wenn Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und man Sie auf Grund Ihrer überholten Expertise übersieht.” Dann wird aus quo vadis Januar dann quo vadis Jahrzehnte und darauf möchte man keine Antwort haben.

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