GIMS 2019

GIMS – Ferrari, Porsche und Co auf dem Genfer Auto Salon

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Fernab vom Trubel der Pressetage habe ich mich unter eben jene Menschen gemischt, welche zukünftig vielleicht das eine oder andere vorgestellte Schmuckstück de facto besitzen werden. GIMS – Ferrari, Porsche und Co auf dem Genfer Auto Salon.

Tokio, Detroit, Los Angeles und Genf – nur vier von zahlreichen Messe-Säulen der Automobilbranche und doch eben jener Schnittpunkt, wo Konzept und Serie, Marke und Kunde aufeinandertreffen. Fernab von Verkaufszahlen und Autohaus treffen sich Petrolheads und Fact-Sheet-Fetischisten auf einen Kaffee und genießen die Symbiose aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der mobilen Fortbewegung. Dabei greift die olympische Maxime auch in Genf so rücksichtslos wie im sportlichen Alltag.

Höher, beziehungsweiser größer, da die Fahrzeuge immer größere Dimensionen annehmen. Unabhängig von Sicherheitsfeatures und Knautschzonen wachsen die Fahrzeuge schneller als die Parkplätze, dabei will der Fahrer per se wahrscheinlich nur mit dem neusten SUV zur Pferdekoppel oder zum nächsten Sundowner an den nahegelegen Beach Club.

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Schneller, da Hypercars wie ein Pininfarina Battista, zwar das stärkste Fahrzeuge mit Straßenzulassung sind, aber das mittlerweile fast die Regel denn der Ausnahme darstellt. Mag man das “e” im Pininfarina Battista einmal ausklammern, präsentiert sich dem vermeintlichen Kunden ein 1.900 PS starkes Fahrzeug, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 402 KM/H. Ein Lamborghini Aventador SVJ Roadster wirkt mit 770 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 351 KM/H vergleichsweise schon fast niedlich.

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Weiter, oder eben auch nicht. Die Frage, ob E-Mobilität die Zukunft der mobilen Fortbewegung ist, einmal außen vor gelassen, wird sie zumindest ebenso stiefmütterlich behandelt. Ein Eyecatcher wie der Peugeot e-Legend steht nahezu unliebsam abgestellt in der Ecke, ein eRuf steht in der Ecke neben zwei unattraktiven Blumen und über einen Renault Zoe möchte ich, auf Grund seines Designs alleine schon, nicht sprechen. Man stellt die Fahrzeuge irgendwo auf dem Stand aus um den Haken an die To-Do-Liste machen zu können und setzt sich weder mit den Möglichkeiten, den Anforderungen für den Alltag, noch Problemen für den Kunden, Stichwort Preis oder Ladeinfrastruktur, auseinander.

GIMS 2019

Und dann steht man plötzlich wieder auf einem Messestand, lässt den Blick zwischen den Menschenmassen schweifen und ergötzt sich an einem Ferrari F8 Tributo, Ferrari Portofino, dem giftgrünen Lamborghini und der Hommage an den Yellow Bird, dem Ruf CTR. Automotive bedeutet nicht nur Fortbewegung, sondern auch Leidenschaft und da muss es eben auch Reibungspunkte geben.

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