Karl Gustafson Infinity Bottle

Infinity Bottle – Die unendliche Geschichte und der Whiskey

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Immer wieder und wieder, zumindest hoffe ich das für Sie, entdecken wir in der eigenen Whiskeysammlung einen wirklich leckeren Tropfen. Samuel L. Jackson würde wahrscheinlich some serious gourmet shit sagen und sich ganz genau überlegen, wie er dem letzten Schluck in den Whiskeyflaschen gerecht werden kann. Infinity Bottle – Die unendliche Geschichte und der Whiskey.

Mag das selber destillieren sowohl aus Zeit, als auch Kostengründen, leider für die wenigstens von uns in Frage kommen, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich selbst zumindest mit dem eigenen Blend ein Denkmal zu setzen, sei es auch nur in den eigenen vier Wänden und in Form einer Infinity Bottle. Dabei bedarf es nur weniger Handgriffe und Zutaten, welche über Erfolg und Misserfolg, Tumbler oder Toilette entscheiden. Es ist der schmale Grat zwischen Genie und Wahnsinn, welcher den letzten Whiskeyresten als persönlicher Blend ein zweites Leben schenkt oder uns Tränen in die Augen treibt, sollte man seine Infinity Bottle versaut haben. Doch fangen wir von vorne an.

Eine Infinity Bottle steht und fällt mit drei einfachen Punkten: Flasche, Korken und Inhalt. Wie der Name schon sagt ist die Idee einer Infinity Bottle, dass selbige ein Fass ohne Boden sein soll. Der Genuss, bestehend aus geliebten Whiskeyresten, soll eine wunderschöne, unendliche Geschichte voller Erinnerungen und Höhepunkte werden. Schön bezieht sich dabei einerseits auf eine idealerweise hübsch anzusehende Flasche, da Sie eben diese eine ganze Weile in Ihrer Sammlung vorfinden werden, andererseits auf schön groß.

Der DIY-Blend atmet, analog zu seinem ersten Leben in der ursprünglichen Flasche, auch in der Infinity Bottle und verliert somit immer ein wenig Aroma. Die Flasche sollte daher zwar genügend Platz für weiteren Whiskey bieten, andererseits darf selbige nicht zu groß sein, damit sich die Whiskeyaromen nicht komplett in Luft auflösen.

Karl Gustafson Infinity Bottle

Um dem Aromaverlust entgegen zu wirken, liegt der Fokus, nebst der idealen Größe, auch auf dem richtigen Verschluss. Verfügt die verwendete Whiskeyflasche der Infinity Bottle wahrscheinlich schon über einen Verschluss, könnte eben jener, auf Grund des häufigen auf und zumachen des DIY-Blend, seiner neuen Aufgabe mitunter nicht gewachsen sein. Per se ist ein Kork-Korken einem Glaskorken, im Hinblick auf Abdichtung, überlegen, da er den Inhalt der Flasche besser vor äußeren Einflüssen schützt.

Da Kork allerdings einem häufigen Öffnen und Schließen, was bei einer guten Infinity Bottle definitiv der Fall sein wird, dauerhaft nicht standhalten wird, empfiehlt sich kurzerhand der Kauf eines synthetischen Korken.

Hat man Aspekte wie Größe, Optik, Aroma sowie Kork einmal angesprochen und verinnerlicht, mag man vielleicht denken Zweidrittel sind schon die halbe Miete, dabei, wie so oft, kommt das Beste zum Schluss.

Eine Infinity Bottle steht und fällt, trotz persönlichem Gusto, mit dem Inhalt. Getreu dem Motto (Fast) Alles geht, Nichts muss, sollte sich in der persönlichen Infinity Bottle alles wiederfinden, was einem schmeckt. Fast, da der DIY-Blend zwar keine Raketenwissenschaft darstellt, man den eigenen Tropfen aber mit den falschen Whiskeys aromatisch kurzerhand zerstören kann.

Sollten Sie gerne mehrere Trümpfe auf der Hand haben, empfiehlt es sich, direkt zwei oder mehr DIY-Blends anzusetzen, beispielsweise einen süßen und einen rauchigen Blend. Whiskeytrinker des Typs ein Schrit nach dem Anderen sollten hingegen einfach mit Torf (Peat), Rye, sehr jungem Bourbon, flavoured Whiskeys und Insel-Destillaten vorsichtig sein.

So schnell der DIY-Blend stürzen kann, so lange dauert es die unpassenden, oder penetranten, Aromen wieder zu nihilieren, dabei sollte eine gute Infinity Bottle Genuss statt Frust bedeuten.

Sollten Sie mit dem Erst-DIY-Blend glücklich sein, sollten Sie auch mit dem Folge-DIY-Blend glücklich bleiben. Das bedeutet einerseits, dass, man immer so viel Destillat einfüllt, wie man Blend ausgeschenkt hat, andererseits, dass man immer nur einen Appetizer ausschenkt, statt die komplette Infinity Bottle den Gästen zugänglich zu machen.

Hat sich der Umgang mit dem Projekt Infinity Bottle erstmal eingespielt, werden Sie sich nicht nur auf die Schulterklopfen, auch ihre Gäste werden den Tropfen entsprechend oft ausgeschenkt sehen wollen. Mit gutem Recht.

Illustration: Karl Gustafson

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