Mimimi und die positiven Effekte von Sportverletzungen

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Es ist noch recht früh, als ich mich aus dem Bett quäle und mir die Laufsachen anziehe. Die Stadt schläft noch, nur an der Hotelbar sitzen schon einige Gäste und frühstücken. Mimimi und die positiven Effekte von Sportverletzungen.

Irgendwie schwer fällig fühlt sich mein Körper an, was aber auch an den Fartleks vom Vorabend liegen kann. Ich lasse das Hotel links hinter mir, biege ab und bevor die Garmin das GPS Signal gefunden hatte, war es schon vorbei mit dem Laufen. Es begann ein Etappenrennen von Arzt, über Orthopäden, zu Krankengymnasten und endete mit einer nun mehrmonatigen Pause auf Grund von Achillessehnenreizungen.

Von kein Training, zu ein wenig Training bis endlich wieder zweistellige Wochenstunden an Training vergingen knapp drei Monate und bei all dem Mimimi, den bereits gecancelten Wettkämpfen, sorry Heilbronn, und all dem Gejammer, bin ich doch respektive froh über die Verletzung.

Mimimi

So sehr ich Sport mag, so unfassbar nervig empfinde ich doch manchmal auch das Training. Gerade die vielen Einheiten auf der Rolle oder den hässlichen Schwimmbädern im Winter, oftmals alleine, sind definitiv nicht instagrammable. Wenn man dann noch Vollzeit arbeitet und beruflich viel unterwegs ist, wirkt die Trainingseinheit oftmals eher wie die weitere Pistole auf der Brust statt dem gelobten (Erholungs-)Land.

Mimimi

Während ich also die letzten Wochen mit Krankengymnastik, dehnen und EMS verbrachte, erholte sich ganz nebenbei auch mein Kopf und statt Frust wuchs die Lust am Sport wieder. Dass wir hier von subjektivem Empfinden und Mimimi auf hohem Niveau sprechen, sei einmal dahingestellt, auf dem Papier stehen aber PBs und Strava-Segmente.

Gerade in den letzten Tagen ging es endlich wieder aufs Velo, mal kurz, mal etwas länger, jedoch stets mit den kleinen goldenen Medaillen im Strava-Gepäck. Strecken, welche ich sehr fit absolvierte, meistere ich aktuell im Mario-Kart Geistmodus. Ich jage mich selbst und lasse mich im Wind stehen ohne mit der Achsel zu zucken. Und das ist schön, vor allem weil ich abends manchmal ein Bier trinke und die Strecken dabei nochmal im Kopf durchgehe.

Auch Lionel Sanders, der in seinem letzten Vlog über seine Verletzungen und eine aufbauende SMS von Jan Frodeno spricht, sowie Sebastian Kienle stehen dem Standpunkt positive Seiten von Verletzungen vergleichbar gegenüber. Manchmal muss man Dinge ändern und manchmal braucht es Zeit, dass was man liebt, wieder lieben zu lernen.

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Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.

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