Bremen City Triathlon

Bremen City Triathlon – Olympische Distanz in der Hansestadt

by

Der Bahnbedienstete schaut lächelnd von oben auf mich herab und sagt nur: “Ein Bier würde doch sicherlich gut zu der Pizza passen, oder?” Bremen City Triathlon – Olympische Distanz in der Hansestadt.

Es ist Freitag als ich endlich in mein Hotelzimmer falle und das Rennrad beiseitelegen kann. Knapp 900 Bahnkilometer stecken mir in den Knochen, inklusive einem geschulterten Rennrad und schwerer Sporttasche. Hatte ich gerade die Challenge Roth im Relay hinter mich gebracht, wollte ich wenigstens einen Triathlonwettkampf in diesem Jahr noch für mich verbuchen, selbst wenn es nur auf die olympische Distanz gehen sollte. Gesagt, gesucht und fast getan, fand ich mich im Bremer Bahnhofsviertel wieder. Der Bremen City Triathlon stand zwar eher aus nostalgischen Gründen auf meiner Liste, nichtsdestotrotz stand er da.

Bremen City Triathlon

Schwimmen in der Überseestadt, vier Loops mit dem Rad auf einer vermeintlich flachen Strecke sowie ein abschließender Lauf an der Schlachte sind für Einheimische wie Touristen sicherlich gleichermaßen schlagende Argumente und man muss nicht im Weser-Stadion gewesen sein um zu wissen, Bremen kann Stimmung. Auf Freitag folgte Samstag, auf Schwimmeinheit eine Radeinheit, stets begleitet von Sightseeing und einer angenehmen Unbeschwertheit. Mag Triathlon und Bremen auf den ersten Blick deplatziert wirken, so herrscht doch ein freundliches aber bestimmtes Regiment.

Bremen City Triathlon

Startbeutelausgabe am Samstag, wobei Turnbeutelausgabe den Nagel eher auf den Kopf trifft. Mehr als einen Turnbeutel gab es nämlich nicht, drei Disziplinen hin oder her. Auch der Aufbau erfolgte Samstag nach Feierabend der umliegenden Geschäfte. Wurde die Zeit bis zum Start weniger und weniger, wuchs meine Anspannung. Mein Gepäck und meine Wechselklamotten sah ich überall, nur nicht an der Wettkampfstrecke. Mein Rennrad musste ich zusammen-, für die Bahnfahrt nach dem Rennen aber wieder auseinanderbauen. Und dann gab sich meine bescheidene Schwimmform noch mit dem Neoverbot die Hand. GPS-Probleme hin oder her folgte auf einen guten Start das typische Haifischbecken inklusive 1.700m statt 1.500m. Relativ alleine und ohne Wasserschatten, dafür mit viel Energieverschwendung.

Bremen City Triathlon

Nach wahrscheinlich 600m Wechselzone fand ich mich endlich auf dem Rad wieder und hatte in der Tat ein recht gutes Gefühl. Im Vergleich zu meiner letzten Olympischen mit dem Triathlon-Bike, war ich trotz weniger Aerodynamik und Rennrad auf der Strecke schneller. Training hilft halt doch. Der Weg dahin war aber definitiv nicht einfach, hat der Kurs ein paar scharfe Wendepunkte und Wellen, welches mir eine durchgehende Trittfrequenz quasi verwehrt haben. Nach vier, selbst gezählten, Runden war der Kampf mit Bodenwellen und Seitenwinden auch schon wieder vorbei und es ging ans Laufen.

Und, so möchte ich mir selbst auf die Schulter klopfen, habe ich einfach meinem Ego immer eine Schrittlänge voraus gehabt. Statt Vollgas vor die Wand zu laufen, habe ich Untergrundwechsel, Schotter, Pflaster und Teer, gut mitgenommen und auch die kleine Rampe Schlachte – Wesertower lief wie geschmiert. Die letztendliche Platzierung beweist das sicherlich, ist selbige aber gleichzeitig auch ein Schlag ins Gesicht, wäre mit einem passablen Schwimmen und TT-Bike mehr drin gewesen.

Nichtsdestotrotz konnte ich so wenigstens den Bremen City Triathlon von meiner Liste streichen und via Hannover die Bahnreise antreten, im Gepäck eine Cheesy Crust und dank nettem Bahnbediensteten auch ein kaltes Bier dazu.

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Ich akzeptiere

*