Woodford Reserve

Whisky Glossar – Beliebte Fachbegriffe rund um Whisky wie Whiskey.

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Mein Trainer hat mir einmal mitgegeben, dass eine Rollwende, ein dynamischer Richtungswechsel beim Schwimmen um 180°, für ihn nicht ganz so wichtig ist, da ich im Freiwasserschwimmen eben jenen Richtungswechsel nicht benötige. Analog zu der Rollwende, als optionale Fähigkeit, benötigen Sie zwangsweise auch kein Fachwissen rund um das Thema Whiskey. Whisky Glossar – Beliebte Fachbegriffe rund um Whisky wie Whiskey.

Ausgehend von den Tatsachen, dass Personen oft torfige Destillate scheuen, Johnny Walker Blended Malt Whisky Red Label der meistverkaufte Blended Malt Scotch Whisky der Welt ist, japanische Whiskeys schottischen Ursprung haben und man Whiskey mit und ohne e schreiben kann, werden die folgenden Zeilen Ihnen sicher bei der Suche nach Ihrem persönlichen Geschmack weiterhelfen können.

American Whiskey: Ein amerikanischer Whiskey kann sowohl aus Mais (Corn), Roggen (Rye), Gerste, als auch Weizen hergestellt werden. Eine Mischung der Sorten, mash bill, ist dabei nicht unüblich. Entgegen schottischem Whiskey ist bei der amerikanischen Variante einen Lagerung von 2 Jahren ist vorgeschrieben. Die Destillate dürfen dabei nur in neuen, ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifen.

Angel’s Share: Im Zuge der Reifung in den Holzfässern verwandelt sich ein Teil des Whiskys in Luft und verlässt durch die Fassporen die Fässer. Mag die Verdunstung zunächst einen Verlust für die Destille-rien bedeuten, ist der Austausch von Gasen zwischen der Innen- und Außenseite der Fässer relevant für den späteren Geschmack des Whisky.

Blended (Malt): Statt auf das Sortiment einer Destillerie angewiesen zu sein (siehe Single (Malt)), dürfen bei Blended Destillaten diverse Fässer genutzt werden. Was nach Gemischtwarenladen klingen mag, ist genau das, werden teilweise vierzig und mehr Fässer zu einem Blended Malt oder Blended Grain zusammengesetzt.

Bourbon: Die Getreiderezeptur des Bourbon Whiskey muss zu mindestens 51% aus Mais bestehen. Nach dem Brennvorgang reift der Bourbon in neuen Eichenholzfässern und kann sich nach zwei Jahren Straight Bourbon nennen.

Brennverfahren: Nebst den Zutaten sowie der anschließenden Lagerung, ist auch das Brennverfahren relevant für den späteren Geschmack des Destillats. Werden schottische Whiskys doppelt wie dreifach gebrannt in Pot Stills, setzt man bei Grain, Bourbon und Rye auf Column Stills (Säulen). Irische Destille-rien greifen auf beide Varianten zurück.

Charcoal Mellowing: Wie Wasser im Aquarium durch den Wasserfilter gesäubert und gereinigt wer-den kann, kann man auch Whisky durch Filterprozesse in der Qualität verbessern. Durch die knapp zwölf-tägige Filterung durch Holzkohle gewinnt der Jack Daniel’s – Tennessee Whiskey Old No. 7 beispielsweise nochmal an Reinheit.

Charring: Wird beim Charcoal Mellowing Kohle als Filter dem Fass hinzugegeben, ist beim Charring das Fass selbst der Filter. Der Jameson – Black Barrel Irish Whiskey ist hierbei ein entsprechend weicher Whiskey, welcher seine Reinheit durch das, von in-nen angekohlte, Holzfass gewonnen hat.

Corn Whiskey: Corn Whiskey besteht in der Regel aus 80% Mais im Getreideanteil und schmeckt im Tasting oft wie flüssiges Popcorn. Eine Lagerung kann, muss aber nicht im Fass erfolgen.

Farbe: Whisky wie Whiskey bekommen ihre Farbe dank der Reifung in den jeweiligen Fasstypen. Um eine dauerhafte gleiche Farbtemperatur gewährleisten zu können, dürfen Brennereien geschmacklosen Zuckercouleur verwenden, müssen dies jedoch nicht auf dem Etikett vermerken.

Glas: Während es á Biersorte in der Regel eine Glasart gibt, verwendet man in der Regel beim Whiskey entweder einen Tumbler oder ein Nosing Glas. Kann der Tumbler für on the rocks und Cocktails genutzt werden, bevorzugt man Letzteres für den puren Genuss, wobei Glencairn Glas das offizielle Whiskyglas stellt.

Herkunft: Das Wort Whisky stammt gleichermaßen vom Schottisch-Gälischen (uisge beatha) wie Irischem (uisce beatha) ab und bedeutet sinngemäß Wasser des Lebens. Welches der beiden Länder den Ursprung des Destillates für sich beanspruchen darf ist bis heute zwar nicht klar, glücklicherweise produzieren aber beide Nationen weiterhin eine große Anzahl an vorzüglichen Destillaten.
Bedingt durch Migration, Immigration und diverse andere Faktoren wurde Whisky nicht nur ein Exportschlager, sondern trat, in Form von Destillerien im Ausland, auch in Deutschland, den USA, Kanada wie Japan unweigerlich seinen Siegeszug an. Letztere haben beispielsweise dank dem Direktor der Yamazaki-Brennerei, Masataka, welcher zuvor in Glasgow die Kunst des Brennens erlernt hatte, einen direkten Bezug zu den Mutterländern des Whiskys.

Inhaltsstoffe: Qualität statt Quantität gilt auch für die Zutatenliste für Whisky. Wasser und Gerstenmalz sollten die einzigen Inhaltsstoffe im Destillat sein. Geschmackloses Zuckerkulör wird oftmals zum Färben verwendet, muss jedoch, je nach Herkunftsland, nicht als Inhaltsstoff kenntlich gemacht werden. Je nach Whisky besteht die Gerste beispielsweise aus Mais (Bourbon), Roggen (Rye) oder Weizen.

Irish Whiskey: Same, same, but different, mag man bei den irischen Whiskeys denken und das trifft im Vergleich zu den Kollegen aus Schottland definitiv zu. Haben beide eine dreijährige Lagerzeit, werden die Iren jedoch selten über Torf getrocknet, dafür häufig dreifach destilliert. Das Ergebnis ist oft ein weicher Tropfen, welcher Experten wie Neulingen gleichzeitig zu gefallen weiß.

Jameson Distillery Edition

Korken: Haben Whiskyflaschen in der Regel einen Kork-Korken, verfügen Karaffen eher über einen Glas-korken. Da Glas auf Grund der fehlenden Dichtungseigenschaften Verdunstungen begünstigen, Kork aber schimmeln und rissig werden kann, erfreut sich synthetischer Kork immer größerer Beliebtheit.

Lauf: Innerhalb des Brennvorgangs verlassen die Brennblase Vor-, Mittel- und Nachlauf, wobei der Mittellauf das Herzstück des späteren Destillates darstellt.

Legs: Auch wenn ein guter Whisky manchmal so schnell weg ist, als hätte er Beine bekommen, muss man ihm dennoch keine Fußfessel anlegen. Legs, Schlieren oder Kirchenfenster entstehen beim Schwenken des Destillats im Nosing Glas. Schnelle, eng beieinanderliegende Legs lassen auf einen leichten, dickflüssige, ölige Schlieren auf einen schweren Körper schließen.

Shieldaig Whisky

Lincoln County Process: Bevor der ungereifte Whiskey in die neue Holzfässer gefüllt werden darf, muss er zunächst durch eine Schicht aus Ahornholz-Holzkohle gefiltert werden. Dieser Filterprozess spiegelt sich beim Tasting anhand der oft weichen Whiskeys wieder.

Name: Das Wasser des Lebens wird Ihnen oftmals als Whiskey sowie Whisky über den Weg laufen. Analog zu Weinen oder Biersorten mag man hier wahrscheinlich an eine geschützte geografische Angabe denken, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Schreibart unterliegt zwar oft dem Herkunftsland der Destillerie, aber auch der Tradition, welcher sich die Destillerie verschrieben hat.

Im Sinne von All In beim Poker lässt sich die Tatsache festhalten, dass es schottischen Whisky, aber irischen und amerikanischen Whiskey gibt. Das ge-sagt, und es tut mir fast leid Ihnen hier keine weitere Hilfe zu sein, kann jedes Destillat in der Welt per se Whiskey wie Whisky sein. Die Slyrs [Schliers] Destillerie aus Bayern vertreibt Whisky, ohne e, da die Region, beziehungsweise das damalige Kloster, von irischen und schottischen Mönchen gegründet wurde und man mit dem Whisky der Historie Tribut zahlen wollte. Nikka brennt Whisky, da der Gründer Masataka Taketsuru, ja der von Yamazaki, an der schottischen Tradition festhalten wollte, ebenso sieht es beim indischen Whisky aus.

Unabhängig davon gibt es American, Canadian und Irish Whiskey, wobei Maker’s Mark einen Kentucky Bourbon Whisky, also ohne e, im Portfolio hat.

Proof: Während man im europäischen Raum den Alkoholgehalt in der Regel in Volumenprozent (% Vol.) angibt, nutzt man im US-amerikanischen Raum vereinzelt die Angabe Proof. Der Maker’s Mark – Traveler’s 101 Proof Exclusive Kentucky Straight Bourbon Whisky verfügt beispielsweise mit seinen 101 Proof über 50,5% Vol.

Rye: Gelten für den Rye Whiskey die selben Vorgaben, wie für den Bourbon, greift man hierbei auf 51% Roggen Anteil in der Getreiderezeptur zurück. Da der Rye prägnanter als der Bourbon ist, nutzt man ihn in der Regel eher als Cocktail-Whiskey.

Schottischer Whisky: Schottischer Whisky, kurz Scotch, bezieht sich auf alle Destillate aus Schottland. Laut der Scotch Whisky Regulations muss dieser mindestens drei Jahre, in maximal 700Liter großen Eichenholzfässern gelagert werden.

Woodford Reserve

Single Cask / Single Barrel: Whisk(e)y abgefüllt aus einem Fass (Cask = Scotch, Barrel = Bourbon) darf sich zusätzlich Single Cask, beziehungsweise Single Barrel, nennen. Da das komplette Aromenportfolio aus einem einzigen Fass stammen muss, stehen sie als Qualitätsmerkmal für die entsprechende Brennkunst einer Destillerie. Ein gutes Beispiel ist hierbei der Stork Club – Single Malt Single Cask Whisky.

Single (Malt): Entgegen dem Blended (Malt) wurden für Single (Malt) Whiskys nur Fässer aus einer Destillerie genutzt. Entsprechend der verwendeten Getreideart spricht man hier von Single Malt oder beispielsweise Single Grain.

Small Batch: Während im Single Cask ein einziges Fass über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, darf der Master Blender für den Small Batch Whiskey diverse Fässer miteinander verheiraten. Da es sich hierbei oft um besondere Ehepartner handelt, ist das Ergebnis nicht mit den Standard der Brennerei zu vergleichen.

Tennessee Whiskey: Jack Daniel’s ist Tennessee Whiskey, Tennessee Whiskey ist aber nicht Jack Daniel’s. Destillate dieser Kategorie müssen zwar aus dem US Bundesstaat stammen, zudem aber auch den Lincoln County Process erfüllen.

Torf: Um den Keimprozess des Mälzens zu beenden, muss das Malz, beispielsweise durch Torf als Brennstoff, getrocknet werden. Die typisch torfigen Raucharomen (Peat), unter anderem bekannt von Destillerien wie Connemara, stammen hierbei vom Rauch des Brennstoffes, welcher sich im Malz fest-setzt.

Hi, ich bin Florian. Meinen Kaffee und meine Kleidung mag ich eher Schwarz. Ich schaue gerne in die Ferne, laufe ihr dabei auch mal ein Stück entgegen. Mehr von mir findet ihr auf Instagram.

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