Vom 10. Januar bis zum 16. Januar dieses Jahres war ich in Wien. Zusammen mit 20+x weiteren Kommilitonen/-innen habe ich die europäische Metropole sowie unseren Partnerstudiengang der “Universität für angewandte Kunst Wien” besucht. Für mich war es der erste Besuch Wiens, zwar war ich auf Grund zahlreicher Snowboardurlaube schon des öfteren in Österreich, Wien selbst konnte ich jedoch noch nie Besuchen.
Was ich von Wien bis dato wusste beruhte lediglich auf Vorurteilen wie Sissi & Franz, Caféhaus-Kultur, Sachertorte, Stephansdom, Mozartkugeln, Kunst sowie dem höfischen Leben. Das Vorurteile bekanntlich wenig Wahrheitsgehalt beinhalten, ist sicherlich hinreichend bekannt, manchmal treffen selbige aber auch vollkommen ins Schwarze.

So wie ich Wien erlebt habe, war es eine Stadt, die vor Selbstbewusstsein nur so strotz & dieses oft auf unsympathische Art vermittelt. Die “richtigen” Wiener, fühlen sich wie Menschen in einem Stadt-Staat. Sie sind keine Österreicher, sondern Wiener & das ist besser, zumindest in ihren Augen. Die Stadt an sich ist sicherlich schön, entfernt man jedoch alles, was ich grob mit einem “Sissi-Fetisch” beschreiben möchte, bleibt irgendwie nicht mehr so viel übrig. Überall gibt es Best-of-Vienna Shops, Mozartkugeln & Sachertorten, ältere Damen mit Pelzen die dicker sind als ihre überfetteten Hunde sowie teure Prestigeläden. Selbst Läden wie BurgerKing & McDonalds kamen nicht ohne eine Stuckdecke aus.



Einkaufsläden schließen bereits zwischen 18:30 Uhr & 19:00 Uhr, eine eher ungünstige Zeit wenn man bis 19:00 Uhr Programm hat, zudem irgendwie überholt. Das Nachtleben beginnt früher, endet dementsprechend aber auch früher, dass Straßenbahnen unter der Woche ab 23/24Uhr nicht mehr fahren, ist für eine Weltstadt auch eher kontraproduktiv. Das ich mit meinen Gedanken & Empfindungen vielleicht nicht ganz falsch liege, bestätigten mir Gespräche mit meinen “Partner-Kommilitonen/-innen”, welche den Unterscheid zwischen Wien & “Rest-Österreich” öfter vor Augen haben.



Es war aber sicherlich auch nicht alles schlecht. Für mich als Kunstliebhaber hat die Stadt, auf Grund der Vielzahl an verschiedenen Museen, sehr viel zu bieten. Begibt man sich aus dem “Sissi-Fetisch”-Raum in den geschlossenen Kunstraum, erlebt man viele Werke, die man so wahrscheinlich nie sehen würde. Werke aus Jugendstil & Biedermeier reihen sich aneinander wie die Zähne in Stefan Raabs Kiefer, selbst in einem günstigen Café verstand man es eher, Koffein in ein gut schmeckendes Getränk zu schütten, als dies oft innerhalb der Grenzen Deutschlands der Fall ist & das Wiener Bier sowie das Schnitzel Wiener Art sind an Ort & Stelle weitaus schmackhafter, als man es erwarten würde. Das das Wetter nicht mit gespielt hat, war sicherlich auch ein negativer Punkt, woran die Stadt jedoch keine Schuld trägt. Auch, wenn der erste Eindruck zwar ein entscheidender ist, werde ich mich sicherlich irgendwann dazu überwinden lassen, die Stadt noch einmal zu besuchen.


Anbei noch einige Impressionen, in meinem Flickr Stream gibt es die Wien Fotos in groß.



